27. Juli 2018
Dass Grauburgunder früher, als er noch Ruländer hieß, zuweilen besser schmeckte, zeigen seit vielen Jahren Reinhold & Cornelia Schneider aus Endingen. Noch einen Schritt weiter – u. a. drei Jahre Ausbau im Stückfass – zeigt das Weingut Gleichenstein aus Oberrotweil, ebenfalls im Kaiserstuhl, mit seinem 2008er Ruländer (35 €). Der Wein erstrahlt in Goldgelb bis Altgold. Die ersten Aromen sind Butterkeks, Karamell, gelbe Pflaume, Rosine, Kardamom, Fenchel. So dezent, so nuanciert!...
20. Juli 2018
Aus der Appellation Sancerre an der Loire kommen vornehmlich junge, frische Vertreter der Rebsorte Sauvignonc blanc. Dass es auch anders geht, zeigt Henri Bourgeois mit seinem 2004er La Côte des Monts Damnés (ca. 20 €). Für einen Sancerre hat dieser Wein schon ein beträchtliches Alter erlangt. Die Farbe ist ein helles Goldgelb, die ersten Naseneindrücke sind von extremer Zitrusfrucht (Salzzitrone) geprägt, wie man sie häufig bei den Burgundern antrifft. Dann kommen Karamell,...
14. Juli 2018
Die besten Rotweine Deutschlands kommen – Ausnahmen vorbehalten – aus Baden, der Pfalz und von der Ahr. Dabei stammen aus dem letztgenannten Anbaugebiet kraftvolle, erdige, aber auch langlebige Spät- und wenige Frühburgunder. Eines der Vorreiterweingüter stellt die Familie Meyer-Näkel dar. Der zu besprechende Wein ist der 2001er Bad Neuenahrer Sonnenberg Frühburgunder (31,50 €). Die Farbe changiert zwischen ziegelrot und rotbraun, zeigt also schon deutliche Reife. Der Duft ist...
13. Juli 2018
Aus dem Hause Johann Ruck aus Iphofen (Franken) kommen sehr individuelle, um nicht zu sagen spezielle Weine. Bei dem zu besprechenden Wein handelt es sich um den 2009er Estheria (18 € ab Hof), eine Scheurebe, benannt nach der Erdschicht, auf der sie steht. Der Wein hat eine äußerst helle Farbe. Der Naseneindruck lässt auf edle Provenienz schließen: Corton-Charlemagne wegen der schlanken, aber extrem eleganten Zurückhaltung, Pouilly-Fumé wegen der Mineralität und Riesling GG Stromberg...
07. Juli 2018
Als wohl einer der ersten habe ich die 2015er-Ausgabe des Château Séguin aus der Appellation Pessac-Léognan direkt nach Auslieferung probiert. Der wie immer subjektiv bewertende Heiner Lobenberg polarisierte mit 98-100 Punkten für diesen Wein - eine Note, die er auch Weinen gibt, die in der Subskription locker die 100-Euro-Marke knacken (Séguin kostete in Subskription 25 €, nach der Abfüllung 40 €). Dementsprechend vergleicht er den Wein appellationsintern mit Diven wie Haut-Brion, La...
30. Juni 2018
Aus der Appellation Côtie-Rôtie an der nördlichen Rhône kommen meiner Meinung nach – zusammen mit Hermitage vielleicht – die puristischsten Syrahs der Welt (obwohl es auch erlaubt ist, die Weine mit etwas Viognier – eine Weißweinsorte! – aufzupeppen). Die Weine sind dementsprechend gesucht und hochpreisig. Doch es lassen sich auch traditionsreiche Familienunternehmen finden, die dem Kaufdruck der großen Kellereien standgehalten haben. Dazu gehören die Vignobles Levet, die auch...
29. Juni 2018
Meine neueste Österreichentdeckung kommt aus der Südoststeiermark, neuerdings Vulkanland genannt. Es geht um das Weingut Winkler-Hermaden. Hier soll der 2007er Morillon Rosenleiten 1. Steirische Klassik (26 € ab Weingut) besprochen werden. Der Wein erstrahlt in leuchtendem Goldgelb. In der Nase macht sich Bananenmark und Bienenwachs, besser Propoli breit. Auch vernimmt man grüne Saftigkeit in Form von Kiwi sowie saure Zitrusfrucht in Form von Kumquat; interessant ist, dass Lobenberg diese...
27. Juni 2018
Im Jahre 2016 waren wir bei Zind-Humbrecht: Dafür, dass sie die nominelle Nummer 1 des Elsass sind, nehmen sie sich überraschend viel Zeit für ihre Kunden, und die Auswahl der zu kaufenden Weine geht 15 bis 20 Jahre in die Vergangenheit zurück. Aus diesem Portfolio stammt der zu rezensierende 2002er Pinot gris Heimbourg (15 € die halbe Flasche): Der Wein hat eine bernsteinene Farbe, der erste Naseneindruck erinnert an die Mineralität eines weißen Hermitage (heißer Stein, Ginster). Dann...
23. Juni 2018
Den 2010er Beaune Premier Cru Cent Vignes (ca. 20 €) von Gabriel Bouchard habe ich auf meiner ersten Messe der Vignerons indépendants erstanden und jetzt endlich getrunken. So sollte auf den Punkt gereifter roter Burgunder schmecken: Sojasauce, Bratensauce, rote Kirsche, Himbeerkerne, rote Johannisbeere, etwas Erdbeere, aber vor allen Dingen: irrwitzige Mineralität – diese typische Kalksteinmineralität des Burgunds: heißer Stein, leicht staubig, aber auch etwas metallisch. Das ist ein...
22. Juni 2018
Mit seinem roten Monte Bello sorgte das Weingut Ridge aus Kalifornien für Schlagzeilen. Hier soll es um den 2012er Estate Chardonnay (42 € im Handel) gehen. Der Wein strahlt in mittlerem Gelb mit goldenen Reflexen. Das erste, was in der Nase aufrollt, ist die Mineralität (eher heller Kalkstein als Schiefer). Dann kommen Kiwi, Brioche und Vanillekipferl, auch aparte Noten wie Thai-Curry mit grünen Bohnen – fast wie ein Savagnin. Die Säure gleicht alles aus, ist aber nicht so pikant wie...

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