Casa Madero

Älteste Kellerei Amerikas

 

 

Dieser Artikel ist Frucht meines Mexikobesuchs. Ich habe dort zwar auch Rotweine probiert, doch in Anbetracht der Tatsache, dass die Weine bei Raumtemperatur (dort: 25 °C!) serviert wurden und dementsprechend brandig schmeckten, fielen diese aus der Wertung heraus. Ich werde also nur Weißweine beschreiben. Die Casa Madero aus dem Valle de Parras in Nordmexiko, um die es in diesem Artikel gehen soll, datiert aus dem Jahr 1597, als spanische Siedler zum ersten Mal Reben auf dem amerikanischen Kontinent pflanzten – wie wir sehen werden, mit Erfolg!

 

 

 

 

Der 2016er 2V, der so heißt, da er aus zwei Rebsorten, nämlich Chardonnay und Chenin blanc, gekeltert wurde, kleidet sich in eine hellgelbe Robe mit grünen Reflexen. Zuerst verspürt man in der Nase Apfel und eine birnige Mineralität, die einen sofort an Rieslinge von der Nahe denken lässt. Später kommen Pfirsich, Maracuja und Grenadine hinzu, hier scheint ein fülligerer Rheingauriesling Pate gestanden zu haben. Im Mund ist der Wein schlank mit zupackender Säure, der Abgang ist gut. Ein sehr guter Alltagswein.

 

 

 

Der 2013er Sauvignon blanc strahlt strohgelb im Glas. Interessanterweise ist der erste Naseneindruck ein burgundischer, nämlich Zitrusfrucht mit leichten Vanille- und Honignoten. Mit zunehmender Zeit setzt sich dann aber die tropische Sauvignon-blanc-Frucht durch: Banane, Litschi und Guave. Im Mund zeigt der Wein eine vitale Säure, gibt sich sehr fruchtig. Die Ausrichtung des Weins geht eher in Richtung Neuseeland, aber mit schönen burgundischen Aspekten – ein Wein mit Anspruch.

 

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